Fair Trade Politik und Trends

Fair Trade Politik und Trends

Die Anfänge des fairen Handels liegen in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Heute ist der faire Handel eine relevante Marktnische – bei einigen Produkten sogar mehr als das. Zieht nun der konventionelle Handel nach? Wird Fair Trade eine Selbstverständlichkeit?


Wer engagiert sich in der Schweiz für den fairen Handel?

In der Schweiz liegen die Anfänge des fairen Handels bereits über 40 Jahre zurück. Inzwischen gibt es viele Händler und Promotoren, sodass Zusammenschlüsse und gemeinsame Initiativen gebildet wurden, die an Fahrt gewinnen:

  • Eine der ersten Gruppen waren die Bananenfrauen, die bereits 1973 für gerechte Bananenpreise auf die Strasse gingen. Aus dieser Bewegung entstand später gebana.
  • Zu den frühen Anfängen zählt auch die Gründung der Claro – die 1977 noch unter einem anderen Namen von der Nicht-Regierungsorganisation public eye (ehemals „Erklärung von Bern“) initiiert wurde.
  • Etwas später folgte 1992 die Gründung der Stiftung Max Havelaar durch die grossen Schweizer Hilfswerke Swissaid, Fastenopfer, Brot für Alle, Helvetas, Caritas und HEKS.
  • Als Dachorganisation für die wachsende Zahl der Fair Trade Akteure in der Schweiz wurde 2007 Swiss Fair Trade gegründet. 2014 entstand Fair Trade Towns als die Kampagne der Dachorganisation. 2016 wurde die erste Schweizer Stadt als Fair Trade Stadt zertifiziert.


Was sind die Markterfolge?

Fair gehandelte Produkte breiten sich in der Schweiz immer mehr aus. Weltweit ist die Schweiz Spitzenreiter in den Ausgaben pro Kopf für Fair Trade Produkte. Und die Ausgaben steigen jährlich, sowohl absolut wie auch in Marktanteilen. Die pro Kopf Ausgaben lagen 2015 im Schnitt über CHF 60.- wobei in den verfügbaren Statistiken nur explizite Fair Trade Label berücksichtigt sind. Utz und Rainforest Alliance hingegen nicht.

Der positive Trend der Marktentwicklung ist ein ermutigender Erfolg. Etwa jede zweite Banane und Ananas sowie ein guter Teil der Rosen gehen heute fair gehandelt über den Ladentisch. Allerdings darf dieser positive Trend nicht davon ablenken, dass in allen anderen Kategorien selbst bei den guten Zuwachsraten die Marktanteile gering sind. Die nach Bananen bekanntesten Fair Trade Produkte Kaffee und Schokolade kommen nur auf einen Marktanteil von 10% bzw. 5%:


Wird der Welthandel gerechter?

Konsum von fair gelabelter Ware ist das Druckmittel der Bewegung. Damit wird deutlich, dass Käufern und Käuferinnen ein gerechter Handel wichtig ist und der Welthandel gerecht umgebaut werden soll.

Dies hat offenbar Wirkung - leider langsam und nur schwer messbar, aber dennoch sichtbar. Zum Beispiel breiten sich Labels und Initiativen aus, die den Weltmarkt gerechter gestalten, auch wenn sie nicht zu den Fair Trade Initiativen gezählt werden. Die bekanntesten hiervon sind utz und rainforest alliance.

Damit ist die Entwicklung in die gewünschte Richtung sichtbar. So könnte und sollte es weiter gehen:

  1.  Fair Trade breitet sich auf freiwilliger Basis aus. Es gibt mehr Produkte und die Marktanteile wachsen.
  2. Der Spiess wird umgedreht und sämtliche Produkte, bei denen faire Handelsbedingungen nicht sichergestellt sind, müssen mit einer Warnung beschriftet werden. Ähnlich wie dies bei gentechnisch veränderten Produkten oder Zigaretten der Fall ist.
  3. Der Import von nicht fair gehandelten Produkten wird verboten.