Ziel 14

Befasst sich mit Meeresverschmutzung aller Art und dem Schutz der Küstenökosysteme, da die Ozeane Millionen von Menschen Nahrung, Medikamente und Arbeitsplätze bieten.

Informationen und Anregungen

Theologische Reflexion

Dem HERRN gehört die ganze Welt und alles, was auf ihr lebt. Die Erde befestigte er über dem Wasser, ihre Fundamente legte er auf den Meeresgrund. Psalm 24.1-2

Auf den ersten Blick scheint Ziel 14 ein Nebenschauplatz zu sein, und es sieht nicht danach aus, dass wir eine spezifisch christliche Antwort darauf finden könnten. Gibt es so etwas wie eine Theologie der Fische? Doch es lohnt sich, darüber nachzudenken: über das Wasser, das zwei Drittel unseres Planeten bedeckt, und über das Leben, das es erhält.

Die Schöpfungsgeschichte räumt dem Wasser einen hohen Stellenwert ein und schliesst damit, dass die Ozeane «von lebendigem Getier wimmeln» (1. Mose 1,20). Später scheinen die Meere eine geheimnisvolle, fast mystische Ehrfurcht zu gebieten und nicht wenig Furcht auszulösen. Die jüdischen Menschen des Altertums waren keine Seefahrer, und die Ozeane jenseits ihrer Küsten waren berüchtigt als ein Ort der Bosheit und des Übels, des «Leviatan» (Hiob 40,25 und Psalm 74,13-14) und des Todes. Wenn also Jesus kommt und von ihm gesagt wird, «dass ihm Wind und Meer gehorsam sind» (Matthäus 8,27), dann war das wirklich etwas sehr Bedeutendes. Und schliesslich gibt es da noch die Stelle mit dem Meer in der Offenbarung (Offenbarung 20,13 und 21,1). Wahrscheinlich kann sich vielen von uns, wenn wir am Ufer stehen und auf den weiten Ozean hinausschauen, etwas von diesem elementaren, ja urtümlichen und gefährlichen Wunder erschliessen: die Schönheit, aber auch die Macht des Unbezähmbaren. Die Bedeutung der Meere und Ozeane lässt sich nicht bezweifeln. Wenn Meeresspiegel, ph-Gleichgewicht, Temperatur oder Sauberkeit beeinträchtigt werden, wird die biologische Vielfalt, die sie ermöglichen, grundlegend geschädigt. Korallenriffe, ein Beispiel für Gottes wunderbare Schöpfung, sind bedroht: 90 Prozent werden nach aktuellen Prognosen bis 2030 verschwunden sein! Die Folgen für die Menschen sind ebenso real, nicht zuletzt für die 37 Prozent der Weltbevölkerung, die in Küstenregionen leben. Wenn wir diese Fakten zusammenführen, können wir sehen, dass der Schutz der Meere wichtig ist, und zwar auch wichtig für die Christen und Christinnen, denn sie sind notwendigerweise um den Schutz der Umwelt als Ganzes besorgt. Ziel 14 hat Vorgaben im Zusammenhang mit der Meeresverschmutzung, den Küstenökosystemen, der Überfischung und dem besonderen Schutz jener Inselgemeinschaften, die durch den Anstieg des Meeresspiegels ernsthaft gefährdet sind. Diese Agenda sollte jeder, der jemals «seine Wunder im Meer» (Psalm 107,24) erfahren hat, mit Begeisterung anpacken.

Disskussionspunkte

  • Wann warst du das letzte Mal am Meer, und was hast du gesehen, das schön war?
  • Die Reflexion hat einen kurzen biblischen Überblick über die Bedeutung des Meeres vermittelt. Hat dich das überrascht? Was davon hast du vorher vielleicht noch nicht so wahrgenommen?
  • Wodurch wird deiner Meinung nach unsere Meeresumwelt am meisten bedroht?
  • Was könnte man dagegen tun?

Was kann ich tun?

Persönlich – Kaufe keine Einweg-Wasserflaschen aus Plastik mehr – kaufe eine Flasche von guter Qualität und benutze Hahnenwasser.

Lokal – Setze dich für ein Verbot von Mikroplastik in allen Konsumgütern wie Kosmetika, Farben, Reinigungsmitteln sowie landwirtschaftlichen, baulichen und medizinischen Produkten ein.

National – Achte beim Verzehr von Meeresfrüchten und Fisch darauf, dass es sich nicht um überfischte Arten handelt.

Ziel 14 in Aktion

Als internationale christliche Naturschutzorganisation versucht A Rocha, Brücken zwischen dem christlichen Glauben und dem Umweltschutz zu bauen und eine nachhaltige Lebensweise zu fördern.

Mikroplastik macht etwa 92,4 Prozent aller Plastikmüllpartikel aus (Eriksen et al. 2014). Diese weniger als 5 Millimeter grossen Objekte gelangen in die Meeresumwelt, beeinträchtigen ein bereits empfindliches Ökosystem und werden Teil der Nahrungskette. Bei A Rocha wünscht man sich ein Meer, in dem es von Lebewesen wimmelt, nicht von Müll. Auf internationaler Ebene beteiligt sich das Programm an wissenschaftlicher Forschung und ist in theologische Überlegungen eingebunden, die in Bildungs-, Bewusstseins- und Naturschutzprojekte einfliessen. A Rocha Suisse möchte auch das Problem des Einwegplastiks und des Mikroplastiks angehen, das eine Geissel für die Artenvielfalt in den Gewässern ist. Säuberungen von Seeufern und Naturschutzgebieten werden ab 2021 zum Programm der lokalen Gruppen gehören. www.switzerland.arocha.org

ETWA ACHT MILLIONEN TONNEN PLASTIK GELANGEN JEDES JAHR VOM LAND IN DEN OZEAN – VOR ALLEM PLASTIKFLASCHEN

Die Teilnahme an Umwelt-Diskussionsveranstaltungen war für Nathanaël Valiton, Co-Leiter der Umweltbildung bei A Rocha Suisse, ein Aha-Erlebnis. «Ich habe damit begonnen, beim Einkaufen auf Plastiktüten zu verzichten. Dann haben wir in meiner Familie angefangen, biologisch und vom lokalen Produzenten zu kaufen. Aber in unserem Kehricht waren immer noch Kunststoffe. Dann haben wir die Unverpackt-Läden entdeckt, wo wir verschiedene Hülsenfrüchte und Getreide kaufen. Wir benutzen jetzt festes Shampoo und waschen mit einer Marseiller Seife. Für die neuen Gewohnheiten, die wir entwickeln, braucht es einen Schritt nach dem anderen.»