Ziel 17

Ist bestrebt, die nationale und internationale Partnerschaft und Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Finanzen, Technologie, Handel, Infrastruktur sowie wirtschaftliche und soziale Stabilität, zu verbessern und zu stärken.

Informationen und Anregungen

Theologische Reflexion

Schliesslich: Seid alle eines Sinnes, voller Mitgefühl, liebt einander, übt Barmherzigkeit, seid demütig! Vergeltet nicht Böses mit Bösem, nicht üble Nachrede mit übler Nachrede. Im Gegenteil: Segnet, denn ihr seid dazu berufen, Segen zu erben. 1. Petrus 3.8-9

Das letzte Ziel unterscheidet sich etwas von den anderen. Hier geht es nicht um ein bestimmtes Thema, sondern darum, wie man alle Ziele angehen soll. Es geht um die Frage, welche Anstrengungen vor allem in der Zusammenarbeit geleistet werden müssen, um die Ziele zu erreichen. Die Bandbreite der Ziele ist so gross, dass die damit verbundenen Aufgaben zwangsläufig einen weiten Kreis verschiedener Organisationen, Disziplinen und Nationen betreffen. Regierungen, Einzelpersonen, die Industrie, die Zivilgesellschaft, gemeinnützige Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sowie Glaubensorganisationen, einschliesslich der Kirche, müssen allesamt einbezogen werden. Unterschiedliche Erfahrungen und Fachkenntnisse müssen herbeigezogen werden: ob für finanzielle, kreative oder logistische Fragen, für Kampagnen, im Umgang mit Daten und vielem mehr. Es wird eine anspruchsvolle und komplexe Angelegenheit.

Die vielleicht grösste Herausforderung werden jedoch nicht die technischen Probleme in einem oder allen diesen Bereichen sein, sondern die schlichte Tatsache, dass die verschiedenen Bereiche alle zusammen benötigt werden. Deshalb ist die Zusammenarbeit verschiedener Akteure so wichtig. Hier gibt es ein wichtiges Prinzip, aber auch eine pragmatische Notwendigkeit: Die bedeutendsten Probleme der Welt können immer nur gelöst werden, wenn sich alle auf irgendeine Weise zusammentun und bereit sind, das Ego und Eigeninteressen zugunsten eines kollektiven Endergebnisses und des Gemeinwohls beiseite zu lassen. Vor allem aber erfordern sie die Zusammenarbeit zwischen denjenigen, die vielleicht früher Konkurrenten, wenn nicht gar Feinde waren.

Die Kirche war nicht immer gerade vorbildlich in punkto Zusammenarbeit. Nicht selten kam es aus den verschiedensten Gründen zu sektenartigen Spaltungen. Die Bibel enthält jedoch einen Aufruf zu einer Haltung, die sicherlich jeder wirkungsvollen Zusammenarbeit über alle Arten von Barrieren hinweg vorangehen muss. Die Art der Gesinnung, auf die sich die obigen Verse beziehen, entspricht diesem Aufruf. Liebevoller Dienst, demütige Grosszügigkeit, mitfühlendes Engagement: Das sind die Kennzeichen der Haltung, die es für den Aufbau einer Koalition braucht, die solch monumentale Aufgaben, das Erreichen der SDGs, erfüllen kann. Es sind auch klassische Merkmale des Evangeliums, bis hin zu dem auf Jesus ausgerichteten Anspruch, unsere Feinde zu lieben. Die Kirche und die christliche Gemeinschaft im Allgemeinen haben einen einzigartigen, entscheidenden und lebenswichtigen Beitrag zur Erfüllung dieser Ziele zu leisten. Ihre vielleicht bedeutendste Rolle besteht jedoch in ihrer Fähigkeit, zusammen mit Menschen, die einer anderen oder keiner Glaubensrichtung folgen, eine Form grosszügiger, beherzter Verpflichtung vorzuleben, um diese Dinge gemeinsam zu erreichen.

Disskussionspunkte

  • Welche geistlichen Qualitäten braucht es, um verschiedene Gruppen von Menschen zu befähigen, effektiv zusammenzuarbeiten?
  • Welche Probleme können zwischen verschiedenen Nationen oder Gruppen auftreten, wenn sie sich diesen Zielen stellen? Wie können sie überwunden werden?
  • Welche spezifischen positiven Beiträge könnten christliche Gemeinschaften zu dieser Herausforderung leisten?
  • Wie kannst du eine bestehende Partnerschaftsinitiative aufbauen oder unterstützen, um auf Veränderungen zu drängen?

Was kann ich tun?

Persönlich – Lebe die SDGs! Versuche, dass sie in deinem Alltag umgesetzt werden. 

Lokal – Werde StopArmut-BotschafterIn und arbeite in Partnerschaft mit Menschen in deiner Nachbarschaft, Kirche oder anderen Gemeinschaften an Projekten zur Umsetzung der SGDs.

National – Entwickle eine Partnerschaft mit einer Gemeinde in einem anderen Land und arbeite an gemeinsamen Projekten.

Ziel 17 in Aktion

In diesem Heft haben wir die vielfältigen Aktivitäten von Organisationen entdeckt, die in der Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe tätig sind. Während Mitarbeitende die Einsatzländer mit internationalen Flügen erreichen, sind die lokalen Dörfer, die sie besuchen, oft abgelegen und auf dem Landweg nicht leicht zugänglich. Wie kommt man am besten zu diesen entlegenen Gebiete? Hier kommt MAF (Mission Aviation Fellowship) ins Spiel.

Die MAF leistet keine direkte humanitäre oder medizinische Hilfe. Doch sie ermöglicht diese Hilfe, indem sie das Personal oder die Ausrüstung von humanitären Organisationen via Luftweg transportiert. Ihre Rolle ist deshalb entscheidend. Ohne MAF würde sich die internationale Hilfe in vielen Teilen der Welt noch komplizierter gestalten. Jedes Jahr geht sie beispielsweise auf medizinische Safaris und transportiert Teams von Chirurg:innen. Bis heute arbeitet MAF mit 2’000 Organisationen in 26 Ländern zusammen. Und ihr Beitrag kann auch ganz konkret gefährdeten Bevölkerungsgruppen zugutekommen, zum Beispiel wenn Einheimische ins Spital transportiert werden müssen. www.maf-suisse.ch

HAST DU’S GEWUSST? DER PROZESS DER DISKUSSION, VERHANDLUNG UND VEREINBARUNG DER GLOBALEN ZIELE WIRD ALS DER OFFENSTE UND TRANSPARENTESTE IN DER GESCHICHTE DER UNO BEZEICHNET. DAS LIEGT DARAN, DASS ALLE LÄNDER ZUSAMMEN MIT DER ZIVILGESELLSCHAFT UND DEN GLAUBENSORGANISATIONEN TEILGENOMMEN UND VON ANFANG AN DIE VERHANDLUNGEN BEEINFLUSST HABEN.

Um die Flüchtlingslager im Norden Ugandas zu erreichen, benötigen Mitarbeiter:innen der christlichen Organisation Tutapona nur gerade 4 Stunden mit einem MAF-Flug (im Vergleich zu 12 Stunden mit dem Auto). Die Organisation, die sich für die Heilung von Traumata einsetzt, hat bereits Zehntausenden von Flüchtlingen geholfen, wie zum Beispiel auch Issa Justin Joseph. Issa wurde entführt, dann in seinem Haus von einer sudanesischen Rebellenorganisation angegriffen und sogar angeschossen und verwundet. Trotzdem gelang es ihm, nach Uganda zu fliehen. Dank der Ausbildung, die er erhielt, hat sich sein Leben verändert und er unterstützt nun andere Flüchtlinge, indem er ihnen Hoffnung gibt.