3 Gesundheit und Wohlergehen

 

Ziel 3

Sicherstellung von Gesundheit und Wohlbefinden für alle in jedem Alter.

Informationen und Anregungen

Theologische Reflexion

Mein Lieber, ich wünsche, dass es dir in allen Stücken gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht. 3. Johannes 2.2

Die Qualität der Gesundheitsversorgung war ein grosser Teil der Millenniums-Entwicklungsziele und bildet auch weiterhin einen Schwerpunkt der SDGs. Das heisst nicht, dass nichts erreicht wurde. Tatsächlich ist die Kindersterblichkeit in den letzten 15 Jahren um über 7000 pro Tag gesunken. Damit sich die Zahl der vermeidbaren Todesfälle bis 2030 gegen Null bewegt, muss das Tempo jedoch erhöht werden. Das ist möglich, und bei vielen Krankheiten sieht es so aus, als würde es gelingen. Doch insgesamt ist das mit grossem Aufwand verbunden. Wer wird ihn auf sich nehmen?

Im Laufe der Geschichte hat die Kirche überall auf der Welt Pionierarbeit in der Gesundheitsversorgung geleistet. Sie erkannte es als einen integralen Bestandteil des Evangeliums an, die Kranken zu heilen. Erlösung, Ganzheit und Heilung sind seit langem miteinander verbunden, sprachlich in den ursprünglichen Worten der Bibel und seitdem auch theologisch. Krankheit und Leiden sind Eindringlinge in Gottes gute Schöpfung. Verschiedene theologische Haltungen haben unterschiedlich auf diese Wahrheit reagiert. Einige sehen sie überwiegend als eine Hoffnung für die Zukunft, während sie sich mit den gegenwärtigen Realitäten eher resigniert abfinden. Andere konzentrieren sich vor allem auf Gottes übernatürliches Eingreifen im Hier und Jetzt als ein Zeichen dieser Zukunft. Und wieder andere streben danach, das aktuelle Leiden auf jede erdenkliche Weise zu lindern, wobei sie sich bewusst sind, dass wir dabei in Gottes Sinne wie auch in der Kraft seines Geistes handeln. Medizinisches Wissen und Können sind gute Gaben und liefern die Werkzeuge, um Unglaubliches zu leisten. Die Entscheidung, diese Arbeit im Namen der Schwächsten zu tun, ist eine Entscheidung für unsere Generation. Sind die zahlreichen biblischen Verse über Heilung und die allgemeine Überwindung von Krankheit und Leiden für unsere Zeit immer noch von Bedeutung? Wenn ja, was ist unsere notwendige Antwort darauf? Haben wir mehr über die gottgegebene Verantwortung für Gesundheit und Unversehrtheit in Wohlstandsgesellschaften zu sagen? Dieses Ziel öffnet die Tür zu einem weitreichenden, weltverändernden Handeln und zur Heilung.

Disskussionspunkte

  • Was kommt dir unmittelbar in den Sinn, wenn du an Gesundheit bzw. Heilung denkst?
  • Diese vorangegangene Reflexion nimmt Bezug auf eine Vielzahl von theologischen Sichtweisen zum Thema. Was denkst du darüber?
  • Ist es realistisch, Ziel 3 zu erreichen? Was steht der Erfüllung des Ziels vor allem im Weg?
  • Jesus sagt: "Macht die Kranken gesund, heilt die Aussätzigen". Was bedeutet dieser Auftrag für uns heute?
  • Was sind die Hauptprobleme der Gesundheitsversorgung in deinem Umfeld und wie könnten sie überwunden werden?

Was kann ich tun?

Persönlich – Unterstütze die Kampagne ZeroLepra (www.zerolepra.ch) mit deinem Engagement, einer Spende und indem du dafür Werbung machst.

Lokal – Überlege dir, wie du in deiner Gemeinde Menschen mit gesundheitlichen Problemen sowie diejenigen, die im medizinischen Bereich arbeiten, unterstützen und bestärken kannst.

International – Mit dem Kauf von Produkten aus dem Online-Shop der Lepra-Mission unterstützt du aktiv Menschen mit Lepra und deren Familien.

Ziel 3 in Aktion

«Lepra besiegen, Leben verändern.» Das ist die Vision der Lepra-Mission Schweiz. Jedes Jahr wird bei mehr als 200’000 Menschen Lepra diagnostiziert. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Für die Betroffenen sind die sozialen Folgen am schmerzhaftesten. Die Menschen, auch das medizinische Personal, haben Angst vor der Krankheit, und Leprakranke leiden unter der Ablehnung in ihrer Gemeinschaft. Die Lepra-Mission will drei Ziele erreichen: Zero Ansteckungen bis 2035, Zero Behinderung und Zero Diskriminierung. Dafür muss die Krankheit frühzeitig erkannt werden, damit sie gestoppt werden kann, bevor irreversible Behinderungen auftreten. Um Diskriminierung zu verhindern, braucht es eine Sensibilisierung in den Gemeinden sowie die Zusammenarbeit mit den Behörden. Da Armut der Nährboden für Lepra ist, geht die Organisation auch dagegen vor, indem sie einkommensschaffende Massnahmen anbietet. www.lepramission.ch

ALLE ZWEI MINUTEN ERKRANKT EINE PERSON AN LEPRA UND ALLE ZWANZIG MINUTEN WIRD BEI EINEM KIND DIE KRANKHEIT DIAGNOSTIZIERT.

Vor 6 Jahren bemerkte die 21-jährige Sujatha unempfindliche Flecken an ihrem Körper. Später verformten sich die Finger ihrer Hand. «Ich wollte sterben, ich hatte keine Zukunft», erinnert sie sich. Warum sollte man Selbstmord begehen wollen, wenn man eine behandelbare Krankheit hat? Weil Aussatz ein Synonym für Ablehnung ist. Im Lepra-Spital in Salur, Indien, wurde die Krankheit gestoppt: Sujatha wurde behandelt, und ihre Hand wurde operiert. Nun kann sie die Hand wieder benutzen und wird zur Schneiderin ausgebildet.