Hintergrund

Vielleicht erinnerst du dich an die Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs), die 2015 zu Ende gingen. Sie brachten unglaublich viel voran, dennoch wurde nur die Hälfte des Weges zur Beendigung extremer Armut zurückgelegt.

Die neuen und umfassenden 17 SDGs, die 2016 lanciert wurden, sind leider etwas aus dem Blickfeld geraten. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen. Einige Christinnen und Christen stehen UN-Initiativen nach wie vor skeptisch gegenüber. Andere sind sich vielleicht nicht bewusst, dass viele christliche Wohltätigkeitsorganisationen zusammen mit der UNO hart daran gearbeitet haben, damit diese Ziele für 2030 definiert und erreicht werden können. Aufgrund der Bedrohung durch wirtschaftliche Rezessionen, Protektionismus und dem historisch dramatischen Ausmass der Einwanderung laufen einige Länder Gefahr, sich zu sehr nach innen zu orientieren, anstatt sich für andere Kontinente zu engagieren. Andere sind vielleicht der Auffassung, dass die SDGs einfach nur nachdoppeln und einen etwas verzweifelten Appell darstellen, endlich etwas zu erreichen, was wir zuvor versäumt haben.

Doch die globalen Ziele kommen auffallend anders daher und bieten eine ganz neue Chance zur Inspiration und zum Engagement. Zwar ist die Rede davon, eine bereits begonnene Aufgabe zu Ende zu führen, aber nicht, um scheiternde Bemühungen zu einem Ende zu bringen. Stattdessen bieten sie Gelegenheit, bereits Erreichtes zu feiern und eine Ziellinie ins Auge zu fassen. Sie geben erneut dem Gewicht, was mit der Beendigung von «Armut» gemeint ist und bieten denjenigen, die sich dieser Herausforderung stellen wollen, ein umfangreiches Aufgabengebiet.

Diese Auslegung vereinigt die Stimmen einiger der führenden christlichen Hilfswerke in einem einzigen Aufruf zum Handeln. Warum? Weil wir gemeinsam glauben, dass die Kirche eine einzigartige und entscheidende Rolle zu spielen hat, die uns bei der Erreichung der globalen Ziele helfen kann. Sie sind kein Ersatz für den Ruf von Gottes Reich in unserem Leben, sondern ein Werkzeug oder ein Gerüst, um ihn zu unterstützen.

Der bekannte Vers, mit dem wir begonnen haben, ist nur eines von vielen Beispielen in der Bibel, in denen das Engagement für Gerechtigkeit ausdrücklich als verpflichtender Teil unseres Glaubens erkannt wird. Auf die Frage, wie die Forderungen Gottes aussehen könnten, antwortete ein Prophet des Alten Testaments namens Micha in «twitterartiger» Kürze, charakteristisch für das 21. Jahrhundert. Sein Ruf nach Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Demut war nicht immer repräsentativ für die Kirche, aber er bleibt immer noch der Massstab, mit dem unser Weg zu messen ist. Er bietet einen Blick in das Herz, das Wesen und die Leidenschaft des Gottes, dem wir zu dienen suchen.

 

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung