Faire Labels im Überblick

Max Havelaar, GOTS, gebana, claro, utz … Was steckt hinter diesen Labels? Jedes setzt andere Schwerpunkte. Nicht alle sind gleich streng. StopArmut setzt den Akzent auf einen nachhaltigen Lebensstil, der armen Menschen im Weltsüden gute Lebenschancen gibt.


Orientierung im Labelsalat: Labelführer

Es gibt verschiedene Plattformen, die Labels beschreiben, vergleichen und bewerten. Die meisten sind Nachhaltigkeitsplattformen: Da spielen neben guten Lebenschancen im Weltsüden auch Umweltschutz, Tierwohl und soziale Anliegen in der Schweiz eine Rolle. Die Plattformen nutzen die Standards, die die einzelnen Labels sich gesetzt haben. Diese werden mit den Kriterien der Plattform verglichen. So kommt es zu den Bewertungen. Für mehr Informationen führen Links direkt zu den einzelnen Labels.

Allgemeine Konsumenteninfos

  • labelinfo.ch: die grösste Schweizer Labelübersicht
  • WWF: Labelbewertungen und Tipps in der Rubrik aktiv werden / besser leben
    Achtung: Wem vor allem fairer Handel wichtig ist, würde Fair Trade Labels zum Teil höher bewerten als der WWF.


Für Behörden und Unternehmen


Weitere hilfreiche allgemeine Konsumentenführer mit redaktionellem Teil

  • label-online.de: das deutsche Pendant zu labelinfo.ch, zum Teil noch mehr / andere Labels
  • nachhaltiger-warenkorb.de: ein allgemeiner Nachhaltigkeitsratgeber, der auch nachhaltige Labels (Siegel) beurteilt
  • bewusstkaufen.at: Portal für nachhaltiges Einkaufen aus Österreich
  • Buchtipp: Fair einkaufen - aber wie? Der Ratgeber für fairen Handel, für Mode, Geld, Reisen und Genuss (Hahn, M. & Herrmann, F. 2015)


Produktspezifische Labels:


Tipp: Plattformen erleichtern den Überblick im Labeldschungel enorm. Doch man sollte wissen, dass jede Plattform ihre eigenen Schwerpunkte setzt, je nachdem, was dem Betreiber besonders wichtig ist. Schauen Sie darum kurz nach, wer die Plattform betreibt und was die Betreiber über ihre Bewertungskriterien schreiben! So können Sie sehen, ob auch Sie so bewerten würden.

Etwas fehlt? Bitte melden Sie uns das an info(at)stoparmut.ch!

 

 

Exkurs 1: Fair ohne Label – geht das?

Auch Produkte, die kein Fair Trade Label haben, können unter Bedingungen produziert und gehandelt sein, die den Standards des fairen Handels entsprechen. Doch geprüft, wie im Falle eines Labels, ist das nicht. Daher muss der Käufer sich selbst eine Meinung bilden: Ist der Anspruch „fair“ gerechtfertigt oder nur ein Werbe-Trick? Echte faire Produkte ohne Label haben häufig folgende Merkmale:

  • Direktimport aus dem Weltsüden durch eine kleine Organisation, einen Verein, eine Initiative, die sich auf die Unterstützung eines bestimmten Projektes im Herkunftsland spezialisiert hat.
  • Preise, die den Produzenten gezahlt werden, werden transparent dargestellt. Ein Bezug zum Niveau der Fair Trade Preise wird erwähnt. Das Preisniveau liegt hier meist gleich hoch oder höher.
  • Mit der Initiative werden die Produzenten gefördert, ihren Lebensstandard eigenständig zu verbessern.
  • Dass auf Fair Trade Siegel verzichtet wird, wird in der Regel damit begründet, dass sich der Aufwand und die Kosten für ein so kleines Projekt mit direktem Kontakt zwischen Produzenten und Schweizern nicht lohnen.
  • Die Glaubwürdigkeit steht und fällt mit der Glaubwürdigkeit der Schweizer Repräsentanten der Organisation.

Tipp: Schauen Sie sich auf der Website der Initiative um, sprechen Sie die Organisatoren direkt an oder lassen Sie sich im Fachhandel beraten – so können Sie recht einfach herausfinden, ob Sie diesem Projekt trauen wollen!

Exkurs 2: Warum ist fairer Handel nur für Produkte aus dem Weltsüden?

Warum keine Produkte von Schweizer Bergbauern oder Schweizer Kunsthandwerk als fair gehandelt verkauft werden, kann man zu Recht fragen. Denn der Begriff „fair“ ist vielfältig verwendbar.

Doch der faire Handel, wie er sich inzwischen etabliert hat, ist eine Bewegung, die durch eine gerechte Gestaltung des Welthandels Produzierenden im Weltsüden zu ihrem Recht verhelfen will. Ziel ist es, dass sie ein Einkommen erzielen, mit welchem Sie zunächst mal sich und ihre Familie überhaupt über Wasser halten und wenn möglich auch Ansätze einer Sozialversicherung und Reserven für Unvorhergesehenes leisten können.

Schweizer Bergbauern hingegen sind in den Segen der schweizerischen Sozialfürsorge, Gesundheitsversicherungen, Arbeitnehmerrechte etc. eingebunden. Bei allem Leid und aller Armut, die auch in der Schweiz möglich sind, konzentriert sich der faire Handel bewusst auf Unterstützung zur Existenzsicherung in armutsbetroffenen Regionen, in denen soziale Sicherungsnetze und hinreichende Rechtssicherheiten fehlen. Dies betrifft Menschen in vielen Ländern Afrikas und Lateinamerikas, aber auch Asiens, sowie Regionen in Ländern am Rande Europas.

Tipp: Liegt Ihnen eine Region besonders am Herzen? Schauen Sie doch mal, ob Sie dorthin nicht nur spenden können, sondern durch den Kauf von Fair Trade Produkten auch etwas zum Einkommen der Menschen beitragen können!