Was bewirkt Fair Trade?

Der faire Handel setzt soziale Standards im globalen Handel zwischen ungleichen Partnern:
• Verträge garantieren Lohn- und Sozialstandards für Produzierende im Weltsüden.
• Labels erlauben ethische Kaufentscheide im Weltnorden.


Nutzen für Produzenten im Weltsüden - die Hauptsache

Fairer Handel muss dazu beitragen, dass die Lebensumstände der Produzierenden im Weltsüden verbessern. Sonst verfehlt er sein Ziel.

Mittel dazu sind unter anderem:

  • Zahlung eines „anständigen“ Preises gemäss regionalen oder lokalen Massstäben. Dieser soll nicht nur die Existenz sichern, sondern auch die Produktionskosten decken. Und zwar so, dass eine sozial und ökologisch verantwortliche Produktion möglich ist.
  • Stärkung von Organisationen der Kleinproduzenten und Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Produzierenden im Weltsüden sowie deren Beteiligung an Entscheidungsprozessen. Dies führt zur Verbesserung der rechtlichen Situation. Gut informiert können Kleinproduzenten ihre Rechte wahrnehmen und sich dafür einsetzen.
  • Erleichterung des Marktzugangs durch Ausbildung und Informationszugang.
  • Aus- und Weiterbildungen mit dem Ziel gesunder und ökologischer Arbeitsbedingungen und –verfahren sowie guter bis exzellenter Produktqualität. Hierbei liegt meist ein besonderes Augenmerk darauf, Frauen zu fördern. Denn diese sind häufig besonders benachteiligt.

Diese Massnahmen wirken.

  • Sie verbessern die Lebensumstände der Betroffenen insbesondere durch die Kombination von selbstbewussterem Auftreten, besserem Know-How höherem Einkommen und geringeren Geldsorgen.
  • Auch ist eine positive Wirkung auf die gesamte regionale Entwicklung häufig nachweisbar.

Dies gilt, auch wenn Erfolge natürlich von Region zu Region und auch schon von Produzent zu Produzent unterschiedlich ausfallen können. Doch das ist ja logisch, denn auch in der Schweiz geht es nicht allen Bauern gleich gut, obwohl sie alle von den gleichen Subventionen profitieren können.


Nutzen in der gesamten Lieferkette

Fairer Handel baut auf langfristige Handelspartnerschaften. Dies ermöglicht es, Vertrauen und persönliche Beziehungen aufzubauen. In unsicheren globalen Märkten, wie sie heute vorherrschen, sind das Eigenschaften, die eine Handelspartnerschaft krisenresistenter und damit attraktiv machen. Dies gilt für alle Seiten.

Gleichzeitig gewinnen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in der gesamten Wertschöpfungskette an Bedeutung. Anleger, Kunden und Behörden fragen nach, wie diese Aspekte in der Lieferkette berücksichtigt werden. Der faire Handel ist glaubhaft gelebte Nachhaltigkeit – insbesondere hinsichtlich Achtung der Menschenrechte, aber auch zum Thema umweltbewusste Produktion.


Nutzen für Konsumenten im Weltnorden

Ethisch Interessierten bietet der faire Handel Orientierung beim Einkauf.

Dabei können verschiedene Gründe Käuferinnen und Käufer leiten, zu einem Fair Trade Produkt zu greifen:

  • Sie wollen benachteiligte Produzierende im Weltsüden unterstützen, von ihrer Arbeit und nicht von Almosen zu leben. Wenn dies das Ziel ist, dann sind Fair Trade Produkte auch dann die Wahl, wenn es regionale Alternativen gibt wie bei Honig oder Reis.
  • Sie denken: Was für mich ein Genuss ist, soll auch den Produzierenden einen guten Verdienst schaffen. Das ist das Argument vor allem bei Genussprodukten wie Kakao, Kaffee, Tee, Blumen, Deko oder Gold.
  • Sie wissen, dass der Kunde König ist und am Schluss entscheidet, welches Produkt wie viel Umsatz macht. Darum demonstriert ihr Kauf von Fair Trade Produkten den Firmen, dass ethische Standards in der Lieferkette relevant sind. So bereiten sie das Feld für ein grossflächiges Umdenken.