Bibelstellen zu Armut und Gerechtigkeit

Untenstehende Bibelstellen und Themen sind Vorschläge, die für eine Predigt oder einen Input zu Armut und Gerechtigkeit genutzt werden können.
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Soziale Gerechtigkeit als Lebensstil

3. Mose 19,9-10
Den Juden hat Gott geboten, dass sie nicht die ganze Ernte einsammeln sollen, sondern auch für die Armen und Fremden etwas übrig zu lassen. – Dieser Text thematisiert das „Geben“ an die Armen. Dieses „Geben“ ist keine einmalige Handlung, sondern ein Lebensstil und eine Herzenshaltung. Die Hilfe für die Armen soll in unseren Leben zu einer Verpflichtung werden. – So, wie die Juden heruntergefallene Trauben im Weinberg zurückliessen, so sollen wir Finanzen, Zeit und Energie für diejenigen aufwenden, die Hilfe benötigen.  

5. Mose 15,1-11
Die Bibelstelle zeigt, wie Grosszügigkeit und Mitgefühl im Gesetz der Juden eingeschlossen sind, obwohl es „immer Arme geben wird in eurem Land (V. 11).“ Die Kinder Gottes sollen gerne helfen, grosszügig geben und Schuld alle sieben Jahre erlassen.  

Lukas 4,17-19
Jesus wurde bevollmächtigt „den Armen die gute Nachricht“ zu bringen. Mit seinem Heiligen Geist hat Gott auch uns beauftragt und bevollmächtigt Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit denen zu bringen, die unterdrückt werden. Als Christen wollen wir dem Vorbild Jesu folgen und ein selbstloses Leben führen – indem wir mehr auf die Bedürfnisse anderer schauen als auf unsere eigenen und indem wir „gute Nachricht“ sind für diejenigen, die leiden.

Die Versprechen, welche an unseren Umgang mit den Armen geknüpft sind

In der Bibel finden wir viele Versprechen, welche an unseren Umgang mit den Armen geknüpft sind.  

Psalm 41,1-3
„Wie glücklich ist, wer für die Hilflosen sorgt! […]“  

Sprüche 19,17
„Einem Bedürftigen helfen heisst Gott etwas leihen, der wird es voll zurückerstatten.“

Sprüche 28,27
„Wer den Armen hilft, gerät niemals in Not; aber wer seine Augen vor der Not verschliesst, den werden viele verwünschen.“ – Das ist eine ernüchternde Aussage. Zwar sehen wir in der Schweiz nicht oft Menschen, die hungernd auf der Strasse sitzen. Schalten wir aber zu Hause den Fernseher ein, dann begegnen auch uns die Armen der Welt. – Dann haben auch wir die Wahl, ob wir uns ihnen zuwenden oder ob wir die Augen verschliessen und sie ignorieren.  

Sprüche 14,31
„Wer den Schwachen unterdrückt, beleidigt seinen Schöpfer. Wer dem Hilflosen beisteht, ehrt ihn.“  

Sprüche allgemein
Viele Sprüche verurteilt diejenigen, die den Armen unterdrücken (14,31; 17,5; 19,1; 22,16) und betonen, dass der Reichtum keine Auswirkung auf den geistlichen Status hat (22,2; 28,6). Stattdessen bringt Wohlstand grössere Verantwortung mit sich (22,9; 28,27).

Jeremia 22,3.13-17
Viele Propheten sprachen sich gegen die Unterdrückung der Armen aus. Sie wussten, dass die Integrität eines Landes nicht anhand seines Wohlstandes gemessen würde, sondern daran, wie die Ärmsten behandelt werden. Jeremia warnte diejenigen, welche ihren eigenen Wohlstand durch die Ausnützung anderer anhäufen: „Weh dir! Du baust deinen Palast auf Unrecht und stockst ihn auf, ohne dich um Gerechtigkeit zu kümmern. du lässt die Leute für dich arbeiten und gibst ihnen keinen Lohn (V. 13).“  

5. Mose 24,14-15
„Wenn ein armer Mann für dich arbeitet, darfst du ihn nicht ungerecht behandeln, gleichgültig, ob er ein Israelit ist oder ein Fremder, der bei euch wohnt. Gib ihm seinen Lohn, bevor die Sonne untergeht; denn er braucht ihn dringend. Sonst beklagt er sich beim Herrn über dich, und du wirst vor dem Herrn als schuldig dastehen.“ – Wir wurden schuldig gegenüber unseren Brüdern und Schwestern in Entwicklungsländern durch ungerechte Handelsgesetzte, Gleichgültigkeit und Ignoranz.

Gottes Herz für die Armen und das Königreich Gottes

Jesus sprach oft über das Königreich Gottes – Gottes Regentschaft und Königsherrschaft. Im „Unser Vater“ ermutigte er uns zur Bitte: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.“ Die Überwindung der Armut ist nicht einfach ein Ziel, sondern eine Art Gottes Liebe zu zeigen und zu helfen, dass sein Reich gebaut wird auf dieser Erde. – Weiter zeigt die Bibel klar auf, mit welchem Mitgefühl, welcher Gerechtigkeit und welcher Sorge Gott dem Armen begegnet. Sollten wir es ihm nicht gleichtun?  

Markus 4,30-32
Jesus vergleicht das Reich Gottes mit einem Senfkorn, welches grösser wird als alle anderen Pflanzen. – Parallele: Gott kann unseren Samen an Glauben und an Hilfe beim Aufbau des Reiches Gottes gebrauchen.  

Jesaja 61,8
„Ich liebe Gerechtigkeit und hasse gemeinen Raub. […]“  

Matthäus 25,31-46
Jesu Rede vom Weltgericht zeigt, wie wir für unsere Sorge um die Armen hier und jetzt einmal Rechenschaft ablegen werden müssen. Jesus wird denjenigen die neue Welt Gottes in Besitz geben, die den Hungernden zu essen, den Durstigen zu trinken und den Nackten Kleider gaben. Wenn wir auf vielfältige Art und Weise denen helfen, die es brauchen, dann begegnen wir darin Jesus selbst.  

Jakobus 2,14-26
Jakobus erklärt die Wichtigkeit von Glaube und Werken. Soziale Gerechtigkeit und Hilfe für die Bedürftigen ist ein grundlegendes Werk des Glaubens. Wenn wir wollen, dass unser Glaube lebendig ist, die Welt positiv verändert und zu einem besseren Ort macht, dann darf sich unser Glaube nicht nur auf unser Bekenntnis reduzieren.  

Amos 5,21-24
Oft sieht Gott andere Dinge als wichtig an als wir. Gott will, dass seine Gerechtigkeit und sein Königreich in unsere Gesellschaft hineinwirken und nicht nur innerhalb unserer Kirchen gegenwärtig sind: „Recht und Gerechtigkeit sollen das Land erfülle wie ein Strom, der nie austrocknet (V. 24).“