Stellungnahmen

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Stellungnahme zur Initiative "Grüne Wirtschaft"

Beiträge und Meinungen zur Initiative «grüne Wirtschaft»

Dr André Galli, Leiter der Umweltorganisation «Grüner Fisch» schreibt:

Das Wort "nachhaltig" stammt aus der Forstwirtschaft. Es bezeichnete ursprünglich nichts anderes, als dass ein Waldbesitzer pro Jahr nicht mehr Bäume schlagen sollte, als nachwachsen. Dass dies erstrebenswert ist, leuchtet jedem ein, da der Waldbesitzer sonst über kurz oder lang kein Waldbesitzer mehr ist. Die Initiative "Grüne Wirtschaft" möchte dieses einfache Prinzip auf die Schweizer Wirtschaft ausdehnen. Würde nämlich heute jeder Mensch so viele natürliche Ressourcen verbrauchen wie ein Durchschnittschweizer, würde die Menschheit pro Jahr dreimal so viel Ressourcen verbrauchen wie verfügbar sind. Damit leben wir auf Kosten ärmerer Menschen und künftiger Generationen. Eine solche Wirtschaft ist nicht nur in einem ökologischen, sondern auch in einem ökonomischen Sinn nicht nachhaltig, da sie sich über kurz oder lang ihrer materiellen Grundlagen beraubt. Die Initiative "Grüne Wirtschaft" schreibt nicht den exakten Weg vor und macht keine spezifischen Verbote. Aber sie will das Ziel, eine nachhaltige Wirtschaft bis 2050, in der Bundesverfassung verankern. Wir unterstützen diese Initiative und empfehlen allen Leserinnen und Lesern ein "Ja" am 25. September. Damit wir oder unsere Nachfahren nicht eines Tages als Waldbesitzer ohne Wald dastehen.

 

Markus Roman (Mag. Theol.) der EVP-Baselland schreibt:·

Die Zukunft der Wirtschaft ist grün: Nur eine grüne Wirtschaft ist zukunftsfähig. Sie baut auf erneuerbare Ressourcen und setzt auf Innovationen.

Lebensqualität und Enkeltauglichkeit: Mit der grünen Wirtschaft werden Natur und Umwelt geschont und bleiben den kommenden Generationen erhalten.

Arbeitsplätze mit Zukunft: Eine grüne Wirtschaft macht die Schweiz wettbewerbsfähig und schafft neue Arbeitsplätze mit Zukunft. Schon heute bietet die grüne Wirtschaft hierzulande rund 160’000 Arbeitsplätze.

Gerechte Verteilung: Mit der Reduktion unseres Ressourcenverbrauchs trägt die Schweiz dazu bei, dass die Menge an Gütern weltweit gerechter verteilt wird.

Internationaler Wandel: Der Wandel zur grünen Wirtschaft findet auch international statt: Von der Rio+20 Konferenz bis zum Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa.

Akuter Handlungsbedarf: Wir leben auf zu grossem ökologischen Fuss. Umweltprobleme, wie zum Beispiel die Klimaerwärmung, sind Realität, grösstenteils hausgemacht und werden immer offensichtlicher. Um die neuen UNO Nachhaltigkeitsziele in der Schweiz umzusetzen, braucht es die grüne Wirtschaft.

Weiter so kostet mehr: Jedem muss klar sein, dass man langfristig nicht mehr Ressourcen verbrauchen kann, als der Planet hergibt. Was die Initiative fordert, ist nicht radikal, sondern selbstverständlich. Ohne Regulierung macht die Wirtschaft immer das Billigste. Langfristig sind die Kosten des Nichtstuns jedoch höher.

Auf einige Gegenargumenten möchte ich folgendermassen antworten:

Eine Zweiklassengesellschaft wird nicht entstehen, da die Initiative auf die Wirtschaft und nicht den Konsumenten abzielt. Niemand wird keine Bananen mehr essen oder im Winter frieren müssen oder nur noch Körner essen dürfen, wenn diese Initiative angenommen wird.  Selbst wenn es mit innovativsten Technologien nicht zu erreichen ist, erachte ich Verzicht durchaus auch als eine christliche Tugend, wenn wir wieder lernen müssen Zwischendurch auf etwas zu verzichten ist, das Besser als auf einmal nichts mehr zu haben.

Es ist kein internationaler Alleingang. Beim Klimaabkommen in Paris letztes Jahr wurden auch ähnliche Ziel definiert. Oder ein internationaler Möbelhersteller will auch, dass seine Produkte länger halten und dass statt 20 Prozent im Jahr 2020 neu 100 % Holz, das wieder nachwächst verwendet wird.

Auch glaube ich nicht, dass der Werkplatz Schweiz geschwächt wird, da ja zum Erforschen der neuen Technologien auch viele Arbeitsplätze entstehen. Er wird gestärkt und fit für den Markt der Zukunft fit gemacht! [der Vizepäsident Von Roch, André Hoffmann, unterstützt die Initiative, daher kann sie wohl kaum als «wirtschaftsfeindlich» dargestellt werden. Anm der Redaktion]

 

Link zur Webseite der Initiative